. . . kreative schule
eine wahrhaftige, gerechte und damit friedensorientierte demokratie braucht glückliche und selbstbewusste kinder

es war schon immer ein anliegen der initiativen künstlergruppe, ihr wissen über schöpferische selbsterfahrung und die integration der basiskünste anderen menschen zu vermitteln. das leben ist in seinen grundlagen reine und freudvolle fülle, die sich immer und überall spontan und effektiv ausdrücken kann. weil sinnliche kreativität ein ideales trainingsfeld ist, um die eigene bewusstseinsfülle praktisch und konkret erkunden und ausleben zu können, gehörten die künste in jeder friedvollen kultur zum ursprünglichen ganzwerdungstraining für heranwachsende generationen.

wir sind überzeugt, dass nur die systematische erweiterung des menschlichen bewusstseins hin zu seiner eigenen, unbegrenzten grundlage eine basis dafür gibt, persönliche konflikte zu einem erfüllten reifen charakter zu entwickeln. nur reife menschen können wirklich demokratisch leben und sich gegenseitig bereichern. ein krankhaftes, lobbymanipuliertes parteiensystem kann diese reifebildung nicht leisten. wir müssen deshalb selber handeln und durch „teilen und geniessen“ eine basis für liebevolle demokratische wachstumsprozesse vermitteln.


nur glückliche und ganzheitlich erfüllte menschen verhalten sich friedvoll, denn das äussere verhalten ist immer ausdruck der inneren situation des menschen.

im kahrunazentrum haben wir eine kita (kindertagespflegeeinrichtung) eingerichtet, bei der kleinkindern von 0-3 jahren ein raum gegeben wird, in dem sie den zugang zu ihren schöpferischen anlagen in ihr natürliches wachstum integrieren können.

ausserdem haben wir eine flexibel einsetzbare
kreativschule entwickelt, die das wissen um die menschliche ganzheit an kinder und jugendliche weitergeben kann. zwischen 2002 und 2006 wurde ein projekt durchgeführt, bei dem hamburger künstler und kreative an verschiedenen allgemeinbildenden schulen arbeiteten.
das angebot der dozenten reichte vom traditionellen klavier- und instrumentalunterricht über musikalische früherziehung, musiktherapeutische einzel- und gruppenbetreuung, schauspiel-, yoga- und atemseminaren bis hin zu manuellen techniken wie töpfern, malerei und textilgestaltung. als endprodukt vieler einzelner schöpferischer prozesse stand die gestaltung von kleinen und grossen (eppendorfer fest dokufilm) aufführungen, konzertabenden oder zirkusveranstaltungen auf dem programm.      

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
die idee einer flexibel einsetzbaren kreativschule basiert auf zwei erkenntnissen:
 
  1. sänger, musiker und künstler müssen sich oftmals selbst finanzieren, speziell wenn sie sich weiterbilden wollen. statt in kneipen oder call- centern mageres, freudloses geld zu verdienen, ist es doch viel sinnvoller, das enorme wissen der künstler an kinder und jugendliche weiterzugeben. in hamburg gibt es ein grosses potential an unterrichtswilligen künstlern, die nur ein wenig an die besonderen pädagogischen notwendigkeiten solcher schulprojekte herangeführt werden müssen. das wissen um diese zusätzlichen fähigkeiten ist im gründungskreis des kahrunateams ausreichend vorhanden.
    (siehe
    7 säulen „der schülerzentrierte kreativpädagogik“ unten)
     
  2. kinder und jugendliche erleben nur in ausnahmefällen eine den namen wirkliche verdienende schöpferische grundausbildung. selbst wenn musik- oder künsteunterricht gegeben wird, beschränkt sich der vorgang häufig auf vorgefertigte strukturen, bei denen mehr nachgeahmt als wirklich schöpferisch entwickelt wird. leider hat das zwanghafte nutzoptimierungsprinzip einer mensch-entfremdeten wirtschaftsideologie auch die deutsche bildungslandschaft verseucht. anstatt bei der heranbildung reifer charaktere auf die tiefsten menschlichen bedürfnisse einzugehen, sollen seit vielen jahren die kinder für die zwänge einer industrie programmiert werden, deren profitwahn zum selbstzweck geworden ist.
     

wir sind der meinung, dass nicht die menschen sich an der wirtschaft orientieren sollten, sondern alle materiellen dinge dem ganzheitlichen wohl der menschen zu dienen haben. wir arbeiten am aufbau eines aus diversen töpfen geförderten bildungsträgers, der die von uns ausgebildeten dozenten, künstler und kreativen anständig bezahlen kann. die zur zeit stattfindenden sogenannten nachmittagsangebote bieten den nur durch unwürdige zeitverträge abgesicherten dozenten eine „unterirdische“ bezahlung. pünktlich zu den ferien sind diese pädagogischen hilfsarbeiter dann plötzlich wieder arbeitslos.

die hamburger schulpolitik schreibt sich zwar immer wieder musische und künstlerische bildung auf die fahnen, aber das sind leider nur kleckereien. eine flächendeckende kreative bildung muss von den bürgern anscheinend selbst organisiert werden.

um möglichst flexibel und schnell in konkrete kreativpädagogik einsteigen zu können, hat die kreativschule speziell an die jeweilige schulsituation anpassbare
projektwochen entwickelt. alle bereiche schöpferischer aktivität wie gesang, schauspiel, malerei, bau/bildhauerei, tanz etc. werden nach bedarf eingesetzt und am ende zu sich spontan ergebenden gesamtaufführungen zusammengefügt. parallel dazu werden auch lehrer und eltern durch die gesamte palette der angebote des kahruna-zentrums in den schöpferischen wachstumsprozess mit einbezogen. alle beteiligten erwachsenen können sich so leichter an ihre eigenen schöpferischen quellen erinnern und gemeinsam mit den kindern wachsen.

solche generationenübergreifenden projekte eignen sich hervorragend, um soziales und friedvolles sozialverhalten zu erlernen. besonders in schöpferischen prozessen muss ich lernen, trotz der intensiven gemeinsamen arbeit den bezug zu mir selbst zu behalten. dabei tauchen fragen auf wie: wann muss ich mich durchsetzen und wann besser zurücknehmen? wann ist die erfüllung des anderen menschen die basis für meine eigene erfüllung? wann brauchen die anderen teilnehmer, dass ich mich voll und persönlich einbringe, damit das gemeinsame gelingt? wieweit ist es nötig, selbstständig regeln zu entwickeln, damit ich nnicht irgendeiner zwangsregel von oben ausgeliefert bin, sondern spontan und erfüllt miteinander sich zu ergänzen und dabei grosses und für alle erfüllendes zu erschaffen.

ausserdem haben wir zwei speziell für friedenspädagogik zugeschnittene projekt-themen grob vorbereitet, die im rahmen einer bildungsträgerfinanzierung innerhalb von drei bis sechs monaten zu konkret einsetzbaren projekten ausgearbeitet werden könnten.
  • um eine dauerhafte und stabile finanzierung zu gewährleisten, soll ein bildungsträger gegründet werden.
     
SCHULPROJEKT FLÖTENZAUBER individuation
die spezielle interpretation der mozartschen „zauberflöte“ nach c.g. jung bietet vielfältige arbeits- und spielansätze speziell in kooperation mit dem musiktheaterprojekt, so dass als höhepunkt auch eine opernaufführung integriert werden kann.
(alles inhaltliche lesen sie bitte
hier nach)

SCHULPROJEKT NATHAN „rap“sodie
die idee, den text in drei sprachvariationen (original, hochdeutsch und rap-sprache) abwechselnd so zu gestalten, dass kinder und jugendliche sowohl die problematik des wieder mal hochaktuellen religionskonfliktes als auch die lösungsabsatze der „ring-parabel“ verstehen können. hier kann auch klar werden, wie universell die konfliktstruktur der aktuellen geopolitischen situation ist, denn lessings drama war ja schon bei seiner entstehung dem friedvollen miteinander der mosaischen religionen gewidmet.
wir streben ausserdem die zusammenarbeit mit professionellen schauspielern und hamburger theatern an.



die 7 säulen unserer „schülerzentrierten kreativpädagogik“
 
  1. freiwilligkeit:            kinder kommen zu uns, weil sie es möchten, nicht weil sie es müssen.
     
  2. freiheit im ausdruck:        wo kreatives entstehen soll, muss freiheit sein ohne vorgaben und bedingungen.
     
  3. struktur:            ein äußerer rahmen von klaren einfachen regeln ermöglicht den kindern ein geschütztes erleben auch ihrer bisher unbewußten gefühle.
     
  4. prozess:            die vertrauensbasis zwischen schülern und dozenten ist die grundlage für unsere prozessorientierte arbeit. der prozess ist uns wichtiger als das ergebnis.
     
  5. stärkung der individualität:        jedes kind hat in sich einen vollkommenen und schöpferischenkern, für dessen entfaltung wir      den nötigen raum geben.
     
  6. kompetenz:            wir vermitteln den schülern die zu ihrem selbstausdruck nötigen fachlichen kompetenzen.
     
  7. reflexion:            der ständige austausch der dozenten untereinander sichert sowohl evaluation als auch die gemeinsame und individuelle reflexion ihrer arbeit.